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Der Rheinausbau - Wie der Kühkopf zur Insel wurde
Frühe Pläne, die Rheinschleife
abzuschneiden und den Kühkopf zur Insel zu machen, entsprangen militärischen Erwägungen: Während der
Koalitionskriege von 1794 bis 1797 sollte ein zu schaffender Durchbruch den
Rhein als Frontlinie begradigen und die vordringenden Franzosen stoppen; auf
dem zur Insel gewordenen Kühkopf war ein starker Stützpunkt vorgesehen. Der
Kriegsverlauf machte diese Pläne dann entbehrlich. Auf dem Wiener Kongreß
von 1814/15 wurde die Provinz Rheinhessen an das Großherzugtum Hessen
angegliedert. Somit wurde ein Durchstich allein hessische Angelegenheit.
Der hessische Oberbaudirektor Dr. Claus Kröncke machte sich für den
Durchstich stark. Seine Argumente und Pläne stellte er 1826 in einer Schrift
mit dem Titel "Über die Durchgrabung der Erdzunge am Geyer" vor.
Flußbaumeister Tulla unterstützte die Pläne. Nach etlichen öffentlichen
Diskussionen beschloß der hessische Landtag 1827 den Durchstich.
Am 31. März 1828 konnte Baumeister Kröncke mit der praktischen Arbeit
beginnen. Geschickt bezog Kröncke die Erosionskraft des Rheines in das Werk
ein: Er ließ lediglich einen gut 16 Meter breiten und 3625 Meter langen
Graben ausheben. Der Strom selbst vertiefte den Graben, verbreiterte den
Durchstich auf 308 Meter und schuf den Durchbruch von insgesamt fünfeinhalb
Kilometern. Geteilt wurde im Laufe des Durchbruches auch die Rheininsel
Geyer. Zum weitaus größeren Teil fiel diese Insel dem Kühkopf zu; der Rest
blieb der linken Rheinseite.
Die Folgen des Durchstiches:
Die Hochwassergefahr wurde gemindert, weil das Wasser schneller abfließen
konnte.
Der Grundwasserspiegel im Umfeld sank, so daß Feuchtwiesen und Sümpfe in
fruchtbares Ackerland verwandelt werden konnten
Der Schiffahrtsweg wurde circa 10 Kilometer kürzer und ungleich leichter zu
befahren
Trotzdem herrschte nicht überall eitel Freude und Sonnenschein: Die
Gemeinden Gimbsheim und Guntersblum verloren etwa 150 Hektar Land an den
Neurhein. Außerdem wurde die Bewirtschaftung von mehr als 1100 Morgen Land
auf dem Kühkopf erschwert.
Auch Erfelden und Stockstadt mußten Nachteile hinnehmen: Was den Handel auf
dem Rhein anbelangte, lagen sie plötzlich im Abseits. Ihre Anlegestellen,
Lade- und Stapelplätze verloren an Bedeutung.
--> weitere Informationen zum Rheinausbau gibt es hier
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