Die Brutvogelwelt des NSG Kühkopf-Knoblochsaue im
Wandel der Zeit
Josef Kreuziger
(erschienen in: RP Darmstadt (2002) (Hrsg.): 50 Jahre Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue. Hessens bedeutendstes Auenschutzgebiet im Wandel der letzten Jahre, 50-55.)
1. Flussauen - ein El Dorado für Vögel
Flußauen besitzen eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Hier bilden
sich in Abhängigkeit vom Überflutungsregime, aber auch von der menschlichen
Nutzung, eine Vielzahl sehr strukturreicher Lebensräume aus. Im unbeeinflußten
Zustand finden wir Wasserflächen, Verlandungszonen und Auwälder. In Folge
menschlicher Nutzung entstanden Wiesen, Weiden, Streuobstbestände und
Kopfweidenwälder; später auch in zunehmenden Maße Ackerflächen.
Es versteht sich daher von selbst, dass in einer so reich
strukturierten Landschaft auch auf kleiner Fläche bereits sehr viele
Brutvogelarten vorkommen. Aufgrund der hohen Nahrungsverfügbarkeit in Flußauen
können viele Vogelarten sehr hohe Siedlungsdichten erreichen. Desgleichen finden wir eine hohe Anzahl von Rastvögeln und Überwinteren.
Flußauen sind von Natur aus sehr dynamisch. Trockene Jahre führen zu
einer ganz anderen Ausprägung als feuchte Jahre, häufig finden nach
Hochwasserereignissen neue Entwicklungen, sogenannte Sukzessionen, statt. Die
Aue ist "im Fluß" und oft unvorhersehbar. Als weiterer Gestaltgeber kommt der
Mensch dazu, der durch sein Wirken die Ausprägung aller Lebensräume in der Aue
beeinflußt. Auch darauf reagieren Vögel, so dass es im Laufe von Jahrzehnten zu
starken Veränderung in der Brutvogelgemeinschaft kommen kann. Der Versuch, diese Entwicklungen für die letzten 50 Jahre für das NSG im Groben zu skizzieren, soll im Folgenden anhand der wichtigsten Lebensräume und der für sie typischen
Brutvogelwelt skizziert werden.
2. Flußauen - auch ein El Dorado für Ornithologen
Schon immer war der Kühkopf eines der am Besten beobachteten Gebiete
Hessens. Nicht umsonst erwähnte Pfeifer (1940/41) in der ersten kommentierten
Artenliste bereits 199 Arten. In der zweiten Auflage (1952) listete er 221 und
in der dritten (1971) bereits 232 Arten auf. Einen wesentlichen Beitrag hierzu
leisteten vor allem Karl Rothmann und später Herbert Zettl. Ihnen haben wir auch die ersten systematischen und flächendeckenden Untersuchungen zu einzelnen Arten zu verdanken (Greifvögel, Waldkauz) sowie die alljährliche Kontrolle der
Graureiherkolonie. Eine flächendeckende Erfassung der gesamten Brutvogelwelt
führte erstmals Handke (1979, 1982) durch. Erneut fand dies wieder 15 Jahre
später statt (Kreuziger 1997, 1998), so dass nun Aussagen zur
Bestandsveränderung aller Brutvögel getroffen werden können. Ein genauer
Vergleich zu den 1950er und 1960er Jahren fällt natürlich schwer.
Zusätzlich begann etwa ab Anfang der 1980er Jahre die Sammlung aller
avifaunistischen Daten, um die sich zuerst Petermann & Hölzel und später Mayer
sehr verdient gemacht haben. So wurden aufgrund zunehmender
Beobachtungsintensität bis heute etwa 265 Arten beobachtet.
3. Die Beständigkeit liegt im Wandel: Die einzelnen Lebensräume im
NSG und ihre typische Vogelwelt
Gewässer
Wasservögel brüten fast nur in den Altwässern und den verlandenden
Altarmen, da hier die Bedingungen, im Gegensatz zum kanalartig angelegten
Neurhein und Erfeldener Altarm, viel günstiger sind. Hier ist die Strömung
weitaus geringer, so dass sich ausgedehnte Flachwasserbereiche, Pflanzendecken
und vegetationsreiche Verlandungszonen entwickeln konnten, in denen die
Wasservögel ihre Nester anlegen. Die häufigsten Arten Stockente und Bläßhuhn
können in guten Jahren über 100 Paare erreichen. Regelmäßig brüten hier Zwerg-
und Haubentaucher sowie das Teichhuhn. Sichere Brutnachweise von seltenen
Entenarten gibt es nur wenige, z.B. von der Schnatterente oder der Knäkente. Ab
etwa 1990 hat sich die Graugans im NSG angesiedelt und seitdem auf
schätzungsweise 20 Paare zugenommen.
Der Brutbestand dieser Arten schwankt stark in Abhängigkeit von den
Wasserständen. Das Paradebeispiel hierfür ist der Haubentaucher:
Durchschnittlich brüten hier 15 bis 20 Paare, maximal waren es über 40 Paare,
weniger als fünf in den schlechtesten Jahren. Aufschlußreich ist die Analyse von Mayer (2001), der die starke Abhängigkeit vom Verlauf der Wasserstände
nachweist, insbesondere hinsichtlich des Bruterfolges. Aus diesen Gründen wurden in den 1970 Jahren Schleusen installiert, die den Wasserstand im inneren
Altarmsystem, dem bevorzugten Brutraum des Haubentauchers, konstant halten
sollten. Dies führte zwar in den ersten Jahren zu gutem Erfolg, langfristig
wurde jedoch die Sedimentation und damit die Verlandung stark gefördert. Heute
sind diese Schleusen im Sinne einer natürlichen Auendynamik wieder entfernt.
Auch hat sich die Wasserqualität in den letzten 20 Jahren stark
verbessert, so dass sich im Gewässer wieder eine artenreiche Tier- und
Pflanzenwelt einstellen konnte.(s. Korte). Insbesondere der hohe Fischreichtum
ist von großer Bedeutung für die Lebensgemeinschaften der Aue. Nachdem sich
bereits Anfang der 1990er Jahre ein Schlafplatz von mehreren Hundert
überwinternden Kormoranen gebildet hatte, konnte sich hier Ende der 1990er Jahre eine der vier hessischen Kormorankolonien mit gegenwärtig etwa 40 Paaren
etablieren (Kreuziger 1999). Auch die Kolonie der Graureiher ist nach starken
Schwankungen und nach zwischenzeitlichem Erlöschen Anfang der 1970er Jahre mit
100-150 Paaren wieder die größte in Hessen (Kreuziger & Zettl 1998). Dadurch
begünstigt wird auch der Eisvogel, der nun in manchen Jahren über fünf Brutpaare erreicht. Es wird deutlich, dass diese Fischfresser keine gegenseitigen
Konkurrenten darstellen, sondern jeder vom gestiegenen Nahrungsangebot
profitiert.
Verlandungszonen, Röhrichte
Dieser Lebensraum schließt sich an das innere Altarmsystems an. Die
größten zusammenhängenden Bestände befinden sich daher auf der Nordseite der
Kühkopfinsel. Schon immer die häufigsten Arten waren Teichrohrsänger und
Rohrammer. Inwieweit sich die Bestände bei diesen Charakterarten verändert
haben, ist nicht klar, da sie in mehreren Hundert Paaren vorkommen und keine
zuverlässigen Vergleichsdaten von früher vorliegen.
Der einzige "Gewinner" im Schilf ist das Blaukehlchen. Galt es früher
als absolute Rarität, nahmen seine Bestände in den letzten 20 Jahren stark zu,
so dass im NSG nun alleine 70 Paare vorkommen; ähnlich viele brüten zusätzlich
knapp außerhalb des NSG (Kreuziger 2001). Im Gegensatz dazu brüten die früher so
typischen Arten Zwergdommel, Schilf- und Drosselrohrsänger heute nicht mehr im
NSG und können gegenwärtig nur noch ausnahmsweise beobachtet werden.
Zwar existiert in diesen Bereichen eine natürliche Konkurrenz zur
Weichholzaue, so dass das Schilfröhricht im Laufe der letzten Jahrzehnte an
einigen Stellen zurückgedrängt worden ist. Für die Bestandsrückgänge vieler
Brutvogelarten des Röhrichts dürften jedoch - ähnlich wie beim Haubentaucher -
in erster Linie die wesentlich stärker schwankenden Wasserstände als Folge der
erhöhten Abflußbeschleunigung des Rheins verantwortlich sein. Besonders davon
betroffen sind die Langstreckenzieher, z.B. Zwergdommel und Drosselrohrsänger.
Da sie nur kurze Zeit im Brutgebiet verbringen, können sie im Gegensatz zu den
Arten, die früher im Jahr erscheinen wie z.B. das Blaukehlchen oder die
Rohrammer, Brutverluste nicht mehr durch ein Ersatzgelege ausgleichen.
Weichholzaue und Kopfweiden
Natürlichen Bestände der Weichholzaue ziehen sich, ähnlich wie die
Röhrichte, saumartig an den Altwässern entlang. Flächige Bestände, wie sie
größtenteils im NSG angetroffen werden können, sind fast immer auf das
Anpflanzen des Menschen zur Nutzung als Kopfweiden zurückzuführen. Aufgrund
ihrer Struktur bieten sie vor allem für Höhlenbrüter geeignete
Nistmöglichkeiten. Charakterart ist hier die Weidenmeise. Auch wenn sie nur
schwer zu beobachten ist, brüten im NSG mehr als 100 Paare. Ob das auch früher
schon so war, ist leider nicht bekannt.
Eine weitere Art, die zumindest heute im NSG fast nur noch in
Kopfweiden anzutreffen ist, ist der Gartenrotschwanz. Früher besiedelte er auch
flächendeckend die gesamte Hartholzaue. Seitdem sich dort aber in Folge
natürlicher Entwicklungsprozesse die Struktur der Vegetation verändert hat,
meidet er diese Bereiche fast vollständig, ähnlich wie einige andere Arten auch
(s.u.).
Auf den ersten Blick überrascht, dass auch der Waldkauz als typischer
Brutvogel der Kopfweiden auftritt. Bei einer gezielten Kontrolle in den 1960er
Jahren konnte Zettl im gesamten NSG etwa 60 Paare registrieren, davon mehr als
40 in den Kopfweidenwäldern, die in den Stämmen geeignete Bruthöhlen vorfinden
(Zettl 1979). Zur aktuellen Verbreitung des Waldkauzes im NSG liegt jedoch
leider kaum Material vor, wäre jedoch aufgrund der Veränderungen in den
Waldbeständen sicherlich ein lohnendes Unterfangen. Da im NSG große Teile der
Kopfweidenbestände nicht mehr gepflegt, also geschnitten werden, hat sich die
Situation stark verändert. Durch ungehindertes Wachstum bilden sich Äste, die
nach einigen Jahren zum Auseinanderbrechen der Kopfweiden führen, und so die
gesamte Struktur dieser Bereiche langfristig verändern mit Folgen auch für die
Vogelwelt. Die großen vom Waldkauz genutzten Höhlen gehen verloren, andererseits
bilden sich im Geäst viele kleine Höhlen und Nischen, die nun auch häufig von
Buntspecht, Kleiber oder Gartenbaumläufer genutzt werden können.
Die wenigen Bereiche mit natürlich angesamter Weichholzaue (z.B. am
Schlappeswörth oder am Krönkesarm) sind aufgrund ihrer dichten homogenen
Struktur für die Vogelwelt im jungen Zustand äußerst uninteressant. Langfristig
liegt in ihnen aber das Potenzial für die Zukunft, gerade angesichts der starken
Veränderungen in den Kopfweidenbeständen.
Hartholzaue
Diese für eine Flußaue typische Waldgesellschaft hat sich im Laufe der
Jahrzehnte enorm verändert. Wurde sie früher intensiv forstwirtschaftlich
genutzt und zeigte die dafür typische offene Waldstruktur, hat sich die
Situation in den letzten 40 Jahren grundlegend geändert. Die
forstwirtschaftliche Nutzung wurde in weiten Teilen vollständig eingestellt, in
den letzten 20 Jahren fanden in erster Linie nur noch Eingriffe zur Förderung
des standortgerechten Auwaldes statt (Zettl 1995). Die darauf einsetzende
Entwicklung der Brutvogelwelt war beeindruckend. Viele Arten zeigen nun höchste
Siedlungsdichten für mitteleuropäische Verhältnisse, insbesondere die
höhlenbrütenden Arten (Kreuziger 1994). Stellvertretend als Charakterart von
Auwäldern muß hier der Mittelspecht genannt werden. Innerhalb von 20 Jahren
stieg sein Bestand mindestens um das vierfache, so dass gegenwärtig mehr als 100 Paare im NSG anzutreffen sind (Kreuziger 1999). Die Ursache dafür liegt in der
heterogenen Waldstruktur, die sich durch hohen Altholzanteil sowie einen
artenreichen Unterstand aus jungen Bäumen und Sträuchern auszeichnet. Vor allem
das Vorhandensein von stehendem und liegendem Totholz führt zu einer Erhöhung
des Nistplatzangebotes und der Nahrungsverfügbarkeit. Von dem dichten Unterwuchs
profitieren vor allem gebüschbrütende Arten. Trotzdem gibt es auch "Verlierer",
die solche weniger lichten Waldstrukturen weniger nutzen können. Dazu gehört der
bereits oben erwähnte Gartenrotschwanz, aber auch Arten wie Baumpieper,
Turteltaube, Fitis oder Feldsperling. Dies wird eindrucksvoll durch die
weitgehend unbekannten, aber ökologisch sehr interessanten Veränderungen bei
einigen häufigen Arten mit ähnlichen Lebensraumansprüchen belegt:
Bezeichnete Pfeifer (1940/41) vor 50 Jahren alle drei Laubsänger-Arten
als häufig und davon den Fitis als den Häufigsten, so ist gegenwärtig der
Zilpzalp mit Abstand die dominierende Art. Mit mehr als 1000 Revieren weist er
etwa zehnmal höhere Dichten auf als der Fitis bzw. 20mal höhere als der
Waldlaubsänger. Ähnlich liegen die Verhältnisse bei den Grasmücken. War früher
im NSG die Klappergrasmücke die häufigste Art, gefolgt von der Dorngrasmücke, so waren die gebüschbrütenden Waldarten Mönchs- und Gartengrasmücke selten. Diese Situation hat sich nun vollständig gewandelt. Gegenwärtig ist die
Mönchsgrasmücke (nach dem Star) insgesamt die zweithäufigste Brutvogelart mit
mehr als 1500 Revieren. Die Gartengrasmücke ist häufiger als die Dorngrasmücke
geworden; Klappergrasmücken sind gar nur noch ausnahmsweise anzutreffen.
Wiesen, Streuobst
Aufgrund des natürlichen Nährstoffreichtums und dem damit verbundenen
dichten Wuchs der Auenwiesen gab es auf dem Kühkopf noch nie typische
Wiesenbrüter wie z.B. den Großen Brachvogel. Vielmehr dienen diese Flächen als
Nahrungsraum für viele Vogelarten und werden diesbezüglich auch von Greifvögeln
stark frequentiert. An erster Stelle ist hier der Schwarzmilan zu nennen, der
nach starken Schwankungen (Meyburg 1969, Zettl 1979, Baumgärtel 1997) wieder mit mehr als 60 Paaren im NSG brütet (s. Beitrag Zettl). Auch die Wiederbesiedlung des NSG durch den Weißstorch ist wohl u.a. auf die Umwandlung der zentralen Ackerflächen des Kühkopfes in Wiesen zurückzuführen.
Regelmäßig werden die Wiesen auch von Grauganstrupps von mehreren
Hundert Exemplaren zur Nahrungssuche genutzt. Nach Überschwemmungen kann es zu
nachbrutzeitlichen Ansammlungen von mehr als 50 Graureihern oder Weißstörchen
kommen, auch Schwarzstörche oder Limikolen suchen dann auf diesen Flächen gerne
nach Nahrung.
Heute kaum noch vorhanden, waren die früher großflächig vorhanden
Streuobstbestände sehr bedeutsam. Hier brüteten bis Mitte der 1960 Jahre heute
so seltene Arten wie Wendehals, Wiedehopf, Steinkauz, Raub- und Rotkopfwürger.
Mit dem Entfernen der Bäume im Laufe der 1960er Jahre verschwanden auch diese
Arten aus dem NSG, wenn auch bei einigen davon überregionale, möglicherweise
klimatische Faktoren, den Bestandsrückgang mit beeinflußt haben mögen. Wieder
angesiedelt hat sich davon bisher nur der Wendehals, jedoch nur in einzelnen
Paaren im Bereich der älteren Sukzessionsflächen (s.u.).
Äcker, Sukzessionsflächen
Früher waren weite Teile im NSG landwirtschaftlich genutzte
Ackerflächen, auf denen nur die Feldlerche hohe Dichten erreichte. Kiebitze
haben hier - im Gegensatz zu den Ackerflächen außerhalb des NSG - immer nur
ausnahmsweise gebrütet. Nachdem in Folge des Dammbruchs 1983 alle Ackerflächen
auf dem Kühkopf aufgegeben und danach der natürlichen Sukzession überlassen oder in Auewiesen umgewandelt wurden, kam es auch hier zu enormen Veränderungen (Schneider 1995). Charakterart dieser Flächen war bis vor kurzem der Neuntöter,
der innerhalb von zehn Jahren seinen Bestand von 6-7 Paaren etwa verzehnfachte
(Achenbach et al. 1993). Weiterhin sehr bemerkenswert war die Ansiedlung des bis dahin in Hessen extrem seltenen Schwarzkehlchens, von dem Mitte der 1990er Jahre im NSG und näherer Umgebung knapp 20 Paare brüteten (Mayer et al. 1997).
Beide Arten sind jedoch an spezielle Sukzessionsstadien gebunden. Daher haben diese Arten gegenwärtig im NSG wieder etwas abgenommen. Ähnliche Entwicklungsprozesse zeichnen sich aber in den erst seit wenigen Jahren
stillgelegten Ackerflächen in der Knoblochsaue (auf dem Hahnensand) ab.
Fazit und Ausblick
An diesen nur beispielhaft dargestellten Veränderungen bekommen wir
eindrucksvoll vor Augen geführt, wie dynamisch die Entwicklungen in einer
Flußaue sind. Auch wenn es dabei immer "Gewinner" und "Verlierer" gibt, muß die
Entwicklung in den letzten Jahrzehnten im NSG in der Summe doch als positiv
bezeichnet werden. Hervorzuheben sind dabei insbesondere die Entwicklungen in
den Wäldern und im Bereich der umgewandelten Ackerflächen. Dies ist um so
bedeutsamer angesichts der aktuellen Umsetzung der Europäischen
Vogelschutzrichtlinie, für die Mitteleuropa und das NSG vor allem für Waldarten
(Mittel- Grau- und Schwarzspecht) eine besondere Bedeutung - und damit
Verantwortung - besitzen.
Mit Ausnahme der positiven Entwicklung beim Blaukehlchen stimmt jedoch die Entwicklung im Bereich des Röhrichts und der Verlandungszonen bedenklich, zumal hier mit den wesentlich stärker als früher schwankenden Wasserständen Faktoren wirksam sind, deren Ursache außerhalb des NSG liegen.
Trotz langer und intensiver Beobachtungen wissen wir immer noch zu wenig über die Vögel des Kühkopfes. Wer hätte denn z.B. erwartet, dass ein Uhu im NSG brütet (Zettl & Baumgärtel 2001), wie 2001 geschehen? Dabei wird und soll es auch zukünftig bleiben, denn "die Aue ist im Fluß" und wird uns immer wieder etwas Neues und Überraschendes bieten können.
Dr. Josef Kreuziger
Gartenstraße 22
64673 Zwingenberg
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